Hallux valgus (Ballenzeh)
Was ist ein Hallux valgus?
Beim Hallux valgus weicht die Großzehe im Grundgelenk nach außen ab, während der erste Mittelfußknochen nach innen wandert. Am Fußinnenrand entsteht der typische Ballen, der im Schuh drückt und sich entzünden kann. Oft entwickelt sich die Fehlstellung langsam über Jahre. Eine familiäre Veranlagung, Spreizfuß, Bindegewebsschwäche und enges Schuhwerk können eine Rolle spielen. Frauen sind häufiger betroffen.
Konservative Therapie
Diese fortschreitende Fehlstellung lässt sich durch konservative Maßnahmen nicht zurückbilden oder aufhalten, die Beschwerden können jedoch häufig gelindert werden:
- weite, weiche Schuhe mit ausreichend Platz im Vorfuß
- Ballenpolster und Zehenspreizer zur Druckentlastung
- Einlagen zur Entlastung des Vorfußes
- Fußgymnastik und Physiotherapie
- bei Entzündungen: kurzzeitig abschwellende und schmerzlindernde Maßnahmen
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Eine Operation kommt in Betracht, wenn trotz konservativer Behandlung Schmerzen bestehen, Schuhe nicht mehr passen oder die Fehlstellung zunimmt. Entscheidend ist der Leidensdruck, nicht allein das Röntgenbild.
Operative Korrektur
Es gibt kein einzelnes Standardverfahren. Die Wahl richtet sich nach Ausmaß der Fehlstellung, Gelenkzustand, Alter und Ansprüchen. Grundsätzlich werden Knochen und Weichteile gemeinsam korrigiert:
- Weichteileingriffe: Straffung und Lösung von Kapsel- und Sehnenstrukturen, um die Zehe wieder auszurichten.
- Knochenkorrektur (Osteotomie): Der erste Mittelfußknochen wird durchtrennt, in die richtige Stellung gebracht und mit kleinen Schrauben oder Implantaten fixiert. Je nach Schweregrad kommen Korrekturen nahe am Gelenk (distal), im Schaft oder an der Basis des Knochens in Frage.
- Zusätzliche Korrekturen: Bei Bedarf wird auch die Großzehe selbst korrigiert.
- Bei Gelenkverschleiß oder Instabilität: gelenkversteifende Verfahren.
Nach der Operation
Meist ist ein Spezialschuh für ca. 6 Wochen erforderlich, der den Vorfuß entlastet. Die Belastung wird schrittweise aufgebaut, die genaue Dauer richtet sich aber nach dem Verfahren. Hochlagern, Kühlen, Verbandswechsel und Lymphdrainage unterstützen die Heilung. Mit Schwellungen und Beschwerden sollte noch einige Wochen bis Monate gerechnet werden.